ME Group Aktie: Fundamentalanalyse — Qualität zum Risikopreis

ME Group stürzt ab – zu Unrecht? Ausweise werden digitalisiert, aber saubere Wäsche lässt sich auch in zwanzig Jahren nicht als PDF herunterladen. Während der Markt den Tod der Fotokabine betrauert, entsteht ein Wasch-Imperium bei KGV 7,5. Mein Deep Dive zur extremen Unterbewertung.

Teilen
ME Group International Fundamentalanalyse – Small Caps Investigator

56,6 Mio. £ Gewinn, ein Rekordjahr, eine Bilanz mit Netto-Cash und eine Dividendenrendite um 8 % — und trotzdem notiert die Aktie rund 55 % unter ihrem Hoch. Nach gesenkten 2026er-Erwartungen verlor sie binnen einer Woche rund 26 % [3][9]. Was ist hier los?

Die kurze Antwort: Der Markt zweifelt gleich doppelt — ob die Foto-Cash-Cow haltbar bleibt und ob der neue Wachstumsmotor, das Wäschereigeschäft, weiter liefert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis fiel von ~16x auf ~7x, während der Gewinn kaum nachgab. Das ist kein Gewinneinbruch, sondern eine Neubewertung.

SCI-Snapshot · Aktienanalyse
ME Group International plc
ISIN GB0008481250 · LSE: MEGP · Selbstbedienungsautomaten
Stand: 18. Juni 2026
„Die Wahrheit liegt in den Zahlen."
80/ 100
SCI-Score: Qualität zum Risikopreis
Negatives Working Capital, starke Unit-Economics, unschlagbare Cash-Conversion — im Kern ein automatisierter Nischenkönig. Deutscher Umbau-Schmerz und der Dividenden-Spagat kosten Punkte. Der Next-Gen-Rollout in H2 2026 ist der Katalysator.
| Schwelle 74%  ■ Erreicht: 80%
Value / High Yield
Small Cap · Defensiv
Stammdaten
Marktkapital.0,41 Mrd. £
Enterprise Value0,34 Mrd. £
KGV / Fwd. KGV / KBV7,3 / 8 / 1,9
EV / EBIT5
EV / FCF15,4
Ø Dividendenrendite7,8 %
Gründung1954
HauptsitzUK, Epsom
Mitarbeiter1133
Kurs~1,09 £ / LSE / 18.06.26
Quartalsbericht~21.Juli 2026
Aufwärtspotenzial & Analysten
Kursziel Ø
£ 2,28
Fair Value
£ 2,05
Aufwärtspotenzial
+ 105 %
FV-Upside
+ 85 %
· · ·
2
Kaufen
0
Halten
0
Verkaufen
2 / 2 empfehlen Kaufen
Kursverlauf 10J.
0.00 115 230 GBp 2016201820192021202320242026
Wachstumstreiber
Wash.ME macht ME Group zum Parkplatz-König — Arbitrage liefert ab jetzt ~50 % EBITDA-Marge
ASDA-Megadeal (700 Stationen) und Morrisons rollen UK auf — exakt die Treiber, die Wachstum sichern
BSI-Schutzschild für Fotokabinen in Deutschland — der Next-Gen-Umbau ab H2 2026 sichert das Monopol
Skalen-Hebel durch 49.000 Bestandsautomaten — drücken Grenzkosten für neue Standorte gegen null
Fundamentaldaten 2025
KennzahlØ 10J.Ø 5J.Ø 3J.Einh.∆★
CAGR Basisdaten
Umsatzwachstum6117% p.a.↑≈
EPS-Wachstum01114% p.a.↑+
Vermögen & Langfr. Finanzierung
Inv. Capital Turnover2,22,12,0Faktor↑+
Eigenkapitalquote545257%↑+
Anlagendeckung B130131124%↑+
Liquidität & Cashflow
Liquidität Grad II136131113%↑≈
Operating CF-Marge27,727,728,2%↑+
Free CF-Marge101110%↑+
Cash-Cycle181198159Tage↑+
Cash Conversion Cycle51527Tage↑≈
ÜB I - V Saldo111# < 0↑−
Accrual Ratio589%↑+
Profitabilität & Ertragskraft
Operative Nettomarge131618%↑+
ROIC28,132,834,7%↑≈
Eigenkapitalrendite23,426,929,5%↑≈
Brutto-Marge30,232,535,4%↑+
EBIT-Marge19,321,624,1%↑+
Aufwendungen & Verschuldung
Personalaufwand28,424,222,5%↑+
Nettozinsdeckungsquote> 5> 5> 5Faktor~+
Dyn. Verschuld.grad0,40,60,7Jahre↑+
Umsatz pro Mitarbeiter0,220,250,27Mio. €↑+
SBC Quote0,20,20,2%~+
Substanzerhalt vs. Expansion
Anlagenintensität484953%↑≈
CapEx-Intensität171618%↑≈
✕ Schließen
SWOT-Highlights
Stärken
Dominantes Nischengeschäft mit > 49.000 Automaten und etabliertem Wartungsnetz sichern stets Stabilität
Negatives Working Capital liefert sofortige Liquidität, während die Wash.ME-Sparte EBITDA-Margen von knapp 50 % generiert
Kerngesunde Bilanz: 64 % Eigenkapitalquote, Netto-Cash, 35 × Zinsdeckung
Schwächen
Der enorme CapEx-Bedarf der Expansion zehrt den Free Cash Flow auf und erzeugt eine Finanzierungslücke bei der Dividende
Drohender Zielkonflikt zwischen aggressivem Wachstum im Wäschegeschäft und einer stabilen High-Yield-Dividende
Chancen
Wash.ME als margenstarkes Wachstum (+17 %, steigender Anteil)
Frankreich erweitert die Kabinen-Nutzung auf Führerschein und Aufenthaltstitel
£18 Mio. Buyback stützt ab FY2026 das EPS
Re-Rating, falls der Markt die Strukturgefahr überzeichnet
Risiken
Photo-ID-Strukturrisiko über 53 % des Umsatzes: digitale Erfassung bedroht die Cash-Cow
Deutsche Umstellung läuft, Rückeroberung ungewiss.
Zyklische Schwäche in Frankreich trifft beide Segmente. FY2026 rückläufig, Margen vom Gipfel, Governance

Wie der Score entsteht und was die einzelnen Kennzahlen bedeuten, erklärt die Methodik.

Inhaltsverzeichnis

    SCI Verdict

    ME Group verdient sein Geld als Betreiber von Selbstbedienungsautomaten: Fotokabinen für Passbilder (Photo.ME) — die reife Cash-Cow — und unbemannte Waschsalons (Wash.ME) — der Wachstumsmotor. Das Fundament ist solide: Netto-Cash, ~96 % Cash-Conversion, echtes Gewinnwachstum statt Aktienrückkauf-Trick, ~8 % Dividende (derzeit allerdings nicht voll aus dem freien Cashflow gedeckt [3]). Der Kern der These ist zweibeinig: Eine cash-starke Foto-Sparte finanziert einen schnell wachsenden, margenstärkeren Wäscherei-Umbau. Wer hier investiert, wettet nicht auf hohes Gruppenwachstum, sondern darauf, dass die Wäscherei liefert — während Photo haltbar genug bleibt, um sie zu finanzieren.

    Unternehmensprofil

    ME Group International plc (LSE: MEGP), früher Photo-Me, betreibt rund 48.500 Automaten in 16 Ländern. Zwei Säulen: Photo.ME liefert Passbilder mit biometrischer ID — die etablierte Cash-Cow. Wash.ME betreibt Waschsalons — das margenstärkere Wachstumsfeld, das 2025 um 17,3 % auf 112,4 Mio. £ wuchs [2]. Familiengeprägt (Gründerfamilie Crasnianski), seit Jahrzehnten in London notiert, mit rund 410 Mio. £ Börsenwert ein etablierter Small-Cap — kein Pennystock [4]. Daneben verfolgt ME Group eine ausgeprägte Diversifikationsstrategie: mehrere kleinere Selbstbedienungs-Geschäfte (Druckkioske, Saft- und Pizza-Automaten, neue Schlüssel-Kopiermaschinen) und die erklärte Absicht, das Angebot über Zukäufe um eine ganz neue strategische Division zu erweitern [1].

    Betreiber im Dienstleistungs-Kostüm

    Die Kennzahlen zeigen: ME Group ist weit kapitalintensiver, als „Dienstleistung" klingt. Über 50 % der Bilanz stecken in Maschinen — Tendenz steigend, weil der Wäsche-Park wächst. Das treibt hohe Abschreibungen, hohen Investitionsbedarf (CapEx) und einen freien Cashflow unter dem Buchgewinn. Folge: Die Kapitalrendite (ROIC) fiel auf ~28 %, die Free-Cashflow-Marge auf ~8 %. Die andere Seite ist stark: Die Margen stiegen 2025 (Nettomarge 18 %), die Cash-Erzeugung ist exzellent, die Bilanz nahezu schuldenfrei (Ergebnis deckt die Zinslast ~35-fach). Ein hochwertiges, aber anlagenschweres Geschäft — eher Infrastruktur-Betreiber als leichte Servicefirma.

    Wash.ME: der Wachstumsmotor

    Hier liegt die eigentliche Wette — und die Upside. Wash.ME wuchs 2025 um 17,3 % auf 112,4 Mio. £, macht inzwischen über ein Drittel des Umsatzes und rund die Hälfte des EBITDA aus [1][2]. Wichtig: Die Wäscherei ist margenstärker als das Fotogeschäft — sie war der Haupttreiber der Margenexpansion 2025. ME Group baut das Netz rasant aus — getragen von Großverträgen: Neben dem im Januar 2025 geschlossenen Fünfjahres-Deal mit der Supermarktkette Morrisons über mindestens 200 Maschinen [7] markiert die im April 2026 vereinbarte Partnerschaft mit dem britischen Riesen ASDA den absoluten historischen Meilenstein. Dieser größte Einzelauftrag in der Geschichte der Wäscherei-Sparte sieht die Installation von bis zu 700 weiteren Wash.ME-Stationen an hochfrequentierten ASDA-Standorten und Tankstellen vor [8] — mit hoher Wahrscheinlichkeit selbstfinanziert aus dem Cashflow, ohne Verwässerung. Genau hier sitzt das Re-Rating-Potenzial: Liefert der Umbau, wächst ein höhermargiges Geschäft heran, das die Foto-Abhängigkeit Jahr für Jahr senkt. Das Risiko: Das Wäsche-Wachstum verlangsamte sich im Frühjahr 2026 — der Rollout muss liefern.

    Photo-ID: das Risiko

    Die Bedrohung der Finanzierungsbasis. In Deutschland gilt seit 1. Mai 2025: Passbilder müssen digital und verschlüsselt an die Behörde übermittelt werden; gedruckte Fotos sind nicht mehr zulässig [5]. Das traf die Kabinen — doch ME Group beziffert den strukturellen Effekt auf nur 3,0 Mio. £ und rüstet die deutsche Flotte ab dem zweiten Halbjahr 2026 auf Next-Gen-Automaten mit Fälschungsschutz um [1]. Der Foto-Rückgang von 4 % war zudem überwiegend einmalig (gelöstes Drucker-Problem, ausgelaufener UK-Vertrag) [2]. Entscheidend ist Frankreich, der größere Markt: Dort dominiert die Tochter Photomaton mit über 10.000 zertifizierten Kabinen, und Frankreich erweitert die Kabinen-Nutzung sogar — Führerschein und Aufenthaltstitel laufen über das digitale „ePhoto"-Verfahren direkt aus der Kabine [6]. Das Risiko ist real, aber begrenzt; dort, wo es zählt, hält das Fundament.

    Qualitative Bewertung

    Wettbewerbssituation — Note 2: Führendes Kabinennetz (Photomaton allein über 10.000 Kabinen in Frankreich [6]), schwer kopierbarer Standort-Burggraben aus Konzessionsverträgen [1]. Im Waschsalon-Geschäft mehr Wettbewerb.

    Markenbekanntheit — Note 2: Photomaton und Photo-Me sind etablierte Namen — präsent an Bahnhöfen, in Supermärkten und vor Ämtern [1].

    Geografische Diversifikation — Note 3: 16 Länder, aber Schwerpunkt Kontinentaleuropa (~68 % des Umsatzes), vor allem Frankreich [1]. Klumpenrisiko im Heimatmarkt.

    Diversifikation Geschäftsfelder — Note 3: Zwei tragende Standbeine (Foto, Wäsche), dazu mehrere kleinere Ancillary-Geschäfte — Druckkioske (Print.ME), Saft- und Pizza-Automaten (Feed.ME), Kinderfahrgeschäfte (Amuse.ME) und Kopierer (Copy.ME) — sowie als jüngste Wette automatische Schlüssel-Kopiermaschinen (Kee.ME), die ab 2026 über einen SNCF-Vertrag in Frankreich ausgerollt werden [1]. Diese Nebenfelder sind klein (allein „Other Vending" rund 3,2 % des Umsatzes [1]); material bleibt die Wäscherei, die die Foto-Abhängigkeit Jahr für Jahr senkt [2].

    Politische bzw. regulatorische Risiken — Note 4: Das zentrale Risiko. Die Passbild-Regulierung kann das Fotogeschäft je Land kippen — in Deutschland zum Nachteil [5], in Frankreich (bisher) zum Vorteil [6].

    Umwelt- bzw. ESG-Risiken — Note 3: Governance wiegt schwerer als Umwelt: Gründerfamilie im Vorstand, eine gescheiterte Übernahme (Dezember 2025) und mehrere Vorstandswechsel [2][3].

    Aufwärtspotenzial

    Auf rund 109p kostet ME Group das ~7-Fache des 2025er-Gewinns; das Forward-KGV liegt bei ~8x [3], die Dividendenrendite bei ~8 %. Unternehmenswert/EBIT (EV/EBIT) ~5x, EV/freier Cashflow ~15x: Auf Ergebnisbasis preiswert, auf Cash-Basis nur okay — der wachstumsbedingte CapEx drückt den freien Cashflow.

    Das große De-Rating ist gelaufen. Die Aktie fiel ~55 % vom Hoch, obwohl der Gewinn kaum nachgab — 2025 war sogar ein Rekordjahr, erst 2026 wird etwas schwächer erwartet. Der Markt hat das Qualitätspremium gestrichen, weil er zwei Dinge anzweifelt: die Haltbarkeit der Foto-Cashflows und die Fortsetzung des Wäsche-Wachstums. Analysten taxieren das Kursziel im Schnitt auf ~2,10 - 2,28 GBP [3] — doch diese Ziele könnten hinterherhinken.

    Damit zur Eingangsfrage: Preiswert ist die Aktie — aber mit Grund. Das niedrige KGV ist ein verdienter Risikoabschlag. Der Katalysator ist zweiteilig: Der Wäsche-Rollout muss weiter liefern und die Foto-Haltbarkeit muss sich bestätigen (deutscher Next-Gen-Start ab H2 2026, stabiles Frankreich). Bis dahin wird man mit ~8 % Dividende fürs Warten bezahlt — und sollte die zyklische Schwäche und die offene Strukturfrage einkalkulieren. Nächster Prüfstein: die Halbjahreszahlen am 21. Juli 2026.


    „Ausweise werden digitalisiert, aber saubere Wäsche lässt sich auch in zwanzig Jahren nicht als PDF herunterladen.“
    Fundamentalanalysen Small Caps Investigator

    Anmerkungen

    Invested Capital Turnover (+): volle Punktzahl. Trend abwärts, aber kein Effizienzverlust: Das investierte Kapital wuchs ~24 % (einbehaltene Gewinne + CapEx in den Wäsche-Park), während NOPAT nur ~3,5 % zulegte. Eine Wachstums-Investitionsdelle, kein strukturelles Problem; das Niveau von 2025 bleibt für einen Maschinen-Betreiber solide.

    Eigenkapitalquote (+): volle Punktzahl. Stieg von 48 % über 59 % auf 64 % — getragen von einbehaltenen Gewinnen und Schuldenabbau. Die Bilanz ist faktisch netto-cash; klare Stärke.

    Anlagendeckungsgrad B (+): volle Punktzahl. Langfristiges Kapital deckt das Anlagevermögen weiterhin komfortabel. Der abwärts gerichtete Trend spiegelt nur den rasanten Aufbau des Maschinenparks (PP&E von 36 % auf 51 % der Bilanz) — eine Wachstums-, keine Finanzierungslücke; die nahezu schuldenfreie Bilanz trägt.

    Liquidität Grad II / Quick Ratio (~): halbe Punktzahl. Rutschte von 1,30 über 1,24 auf 0,93 — knapp unter 1. Kein Distress: Die Cash-Erzeugung ist exzellent, der dünnere Puffer ist ein Allokationseffekt (CapEx + Dividende zogen Cash ab). Aber für einen liquiditätsbewussten Anleger ist die Schwelle real — und die Dividende war zuletzt nicht voll aus dem FCF gedeckt. Daher Abschlag.

    Operating Cashflow Margin (+): volle Punktzahl. Die operative Cash-Erzeugung ist eine Kernstärke: Operating-Cashflow ~29 % vom Umsatz, Cash-Conversion ~96 %. Trend aufwärts.

    Free Cashflow Marge (+): volle Punktzahl. Fiel von 11 % über 10 % auf 8 % — Trend abwärts, trotzdem volle Punkte, da noch immer auf ausreichendem Niveau. Der Rückgang ist Wachstums-CapEx (Wäsche-Rollout), keine Verschlechterung der Ertragskraft. Sobald der Park reift, sollte die FCF-Marge wieder steigen.

    Cash-Cycle (+): volle Punktzahl. Das Selbstbedienungs-Modell kassiert im Voraus — kaum Forderungen, kurze Kapitalbindung. Working Capital strukturell exzellent. Trend abwärts, jedoch immer noch auf hohem Niveau, fast zu hoch, aber in anbetracht des Marktumfelds unterstützend.

    Cash Conversion Cycle (~): halbe Punktzahl. Auf dem Papier hervorragend. Aber: Der CCC stieg von ~5 und ~15 auf ~27 Tage, getrieben vom Lageraufbau für die auszurollenden Maschinen. Genau dieser Aufbau fiel mit der Frühjahrs-2026-Abschwächung zusammen — ein Gelbflag.

    Überschussbetrag I–V Saldo (−): null Punkte. Wiederkehrende FCF (~25 Mio. £) deckte die Dividende (~30 Mio. £) nicht — die Lücke wurde mit Veräußerungen geschlossen. CapEx sorgte für zusätzlichen Cash-Abbau, sodass nach Tilgung ein kleines Defizit entsteht. Allerdings muss man dem Accounting zugestehen, dass sie sehr scharf gerechnet haben, da es sich lediglich um ein Defizit von -0,7 Mio. £ handelt, das bei ein wenig Unschärfe vielleicht gar keines ist.

    Accrual Ratio (+): volle Punktzahl. Hohe Werte eigentlich negativ. Allerdings verzerrt wegen des CapEx-bedingten niedrigen FCF. Niedrige Perioden-abgrenzungen = die Gewinne sind cash-gedeckt — ein Qualitätsplus. (Cash-Conversion ~96 %)

    ROIC (~): halbe Punktzahl. Hohes Niveau (~28 %), aber fallend. Das investierte Kapital wuchs +24 % (Wäsche-CapEx), NOPAT nur +3,5 % — neue Maschinen stehen zu Vollkosten in der Basis, liefern aber erst mit ~18 Monaten Verzögerung Umsatz (temporäre ROIC-Delle, für ROIC valide, da Kapital den Erträgen vorausläuft). Langfrist-Trend aufwärts, jüngste drei Jahre abwärts → Abschlag.

    Eigenkapitalrendite (~): halbe Punktzahl. Wie ROIC: hoch (~27 %), aber gefallen — gleiche Ursache (Kapitalbasis wächst schneller als das Ergebnis). Langfrist-Trend aufwärts, jüngste Entwicklung abwärts → Abschlag.

    CapEx-Intensität (~): halbe Punktzahl. Hoch und steigend — normalerweise null Punkte. Aber es ist Wachstums-CapEx (Wäsche-Rollout), selbstfinanziert aus dem Cashflow und mit attraktiver Amortisation, keine Erhaltungslast.

    Begriffe unklar?


    Häufige Fragen zur ME Group Aktie

    Stand: 18. Juni 2026

    Was macht ME Group International?
    ME Group International plc, früher Photo-Me, betreibt rund 48.500 Selbstbedienungsautomaten in 16 Ländern. Zwei tragende Säulen: Photo.ME liefert biometrische Passbilder — die reife Cash-Cow. Wash.ME betreibt unbemannte Waschsalons — das margenstärkere Wachstumsfeld, das 2025 um 17,3 % auf 112,4 Mio. £ wuchs. Dazu kommen kleinere Nebengeschäfte wie Druckkioske, Saft- und Pizza-Automaten sowie neuerdings Schlüssel-Kopiermaschinen.

    Warum ist die ME Group Aktie gefallen?
    Rund 55 % unter dem Hoch, allein binnen einer Woche 26 % nach gesenkten Erwartungen für 2026. Bemerkenswert: Der Gewinn gab kaum nach, 2025 war sogar ein Rekordjahr mit 56,6 Mio. £. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis fiel von rund 16 auf 7. Das ist kein Gewinneinbruch, sondern eine Neubewertung — der Markt zweifelt gleich doppelt: an der Haltbarkeit der Foto-Cashflows und an der Fortsetzung des Wäsche-Wachstums.

    Ist die ME Group Aktie unterbewertet?
    Preiswert ja, aber mit Grund. Rund das Siebenfache des 2025er-Gewinns, EV/EBIT bei etwa 5, Dividendenrendite um 8 %. Auf Cash-Basis sieht es weniger günstig aus: EV zu freiem Cashflow liegt bei rund 15, weil der Wachstums-CapEx für den Wäsche-Rollout drückt. Das niedrige KGV ist ein verdienter Risikoabschlag für die offene Strukturfrage im Fotogeschäft.

    Ist die Dividende von ME Group sicher?
    Hier liegt der wunde Punkt. Die Rendite von rund 8 % ist attraktiv, war zuletzt aber nicht voll aus dem freien Cashflow gedeckt — der wiederkehrende freie Cashflow von etwa 25 Mio. £ stand einer Dividende von rund 30 Mio. £ gegenüber, die Lücke wurde über Veräußerungen geschlossen. Solange der Wäsche-Rollout Kapital bindet, bleibt der Spagat zwischen Wachstum und Ausschüttung bestehen.

    Bedrohen digitale Passbilder das Geschäft von ME Group?
    Real, aber begrenzt. In Deutschland müssen Passbilder seit 1. Mai 2025 digital und verschlüsselt an die Behörde übermittelt werden. ME Group beziffert den strukturellen Effekt auf 3,0 Mio. £ und rüstet die deutsche Flotte ab dem zweiten Halbjahr 2026 auf Next-Gen-Automaten um. Entscheidend ist ohnehin Frankreich, der größere Markt: Dort erweitert der Staat die Kabinen-Nutzung sogar auf Führerschein und Aufenthaltstitel, und die Tochter Photomaton betreibt über 10.000 zertifizierte Kabinen.

    Was ist Wash.ME?
    Das Netz unbemannter Waschsalons und der eigentliche Wachstumsmotor. Über ein Drittel des Umsatzes, rund die Hälfte des EBITDA, EBITDA-Marge um 50 %. Getragen wird der Ausbau von Großverträgen: ein Fünfjahres-Deal mit Morrisons über mindestens 200 Maschinen und seit April 2026 eine Partnerschaft mit ASDA über bis zu 700 weitere Stationen — der größte Einzelauftrag in der Geschichte der Sparte.


    Quellenverzeichnis

    [1] ME Group International plc (2026). 2025 Annual Results. Verfügbar unter: https://me-group.com/wp-content/uploads/2026/03/ME-Group-2025-Annual-Results.pdf [Abruf am 18.06.2026].

    [2] Investegate (2026). ME Group International PLC – 2025 Annual Results. Verfügbar unter: https://www.investegate.co.uk/announcement/rns/me-group-international--megp/2025-annual-results/9485658 [Abruf am 18.06.2026].

    [3] Simply Wall St (2026). ME Group International (LSE:MEGP) – Share Price & Valuation. Verfügbar unter: https://simplywall.st/stocks/gb/consumer-services/lse-megp/me-group-international-shares [Abruf am 18.06.2026].

    [4] London South East (2026). ME Group International (MEGP) Share Price. Verfügbar unter: https://www.lse.co.uk/SharePrice.html?shareprice=MEGP&share=ME-Group [Abruf am 18.06.2026].

    [5] Bundesministerium des Innern / Personalausweisportal (2025). Biometrie (Passbild und Fingerabdrücke) – digitale Lichtbildübermittlung seit 1. Mai 2025. Verfügbar unter: https://www.personalausweisportal.de/SharedDocs/faqs/Webs/PA/DE/Haeufige-Fragen/2_biometrie_faq/biometrie-liste.html [Abruf am 18.06.2026].

    [6] Photomaton (2026). Photos d'identité officielles (ANTS et ANEF). Verfügbar unter: https://www.photomaton.com/fr-fr/help-center-faq-page/photos-identite-officielles-ants-anef [Abruf am 18.06.2026].

    [7] ME Group International plc (2026). Latest company news – Wash.ME laundry rollout / Morrisons contract. Verfügbar unter: https://me-group.com/latest-company-news/ [Abruf am 18.06.2026].

    [8] ME Group International plc (2026). New partnership with ASDA. London Stock Exchange RNS. Verfügbar unter: https://www.londonstockexchange.com/news-article/MEGP/new-partnership-with-asda/17538422 [Abruf am 19.06.2026].

    [9] MarketScreener Deutschland (2026). ME Group Aktie bricht um 26% ein: Umsatzprognose nach schwachem Frankreich-Geschäft gesenkt. Verfügbar unter: https://de.marketscreener.com/kurs/aktie/ME-GROUP-INTERNATIONAL-PLC-9590185/news/ME-Group-Aktie-bricht-um-26-ein-Umsatzprognose-nach-schwachem-Frankreich-Geschaft-gesenkt-46892522/ [Abruf am 19.06.2026].